Empa Gebäude St..Gallen

«Eine kleinere Stadt bietet Fokus und Konzentration»

Aus einem Forschungsprojekt an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa entstand 2025 das Deep-Tech-Startup Ionic Wind. Noch im Gründungsjahr folgte eine Pre-Seed-Finanzierung über 1,7 Mio. Franken für das Empa Spin-off. Co-Founderin Liubov Shishaeva erklärt, wie das Umfeld in St.Gallen den Weg vom Labor in den Markt mitgetragen hat.

Was war der Auslöser, aus einem Forschungsprojekt ein Unternehmen zu machen?

Liubov Shishaeva: Ich habe das Projekt zunächst passiv verfolgt, als Donato Rubinetti im Rahmen seiner Doktorarbeit die Anwendung von Ionenwind untersuchte. Früh erkannte ich das Potenzial der Technologie. In St.Gallen fanden wir ein Umfeld, das diesen Schritt in die unternehmerische Umsetzung unterstützte. Die Forschung konzentrierte sich auf Leistungsmerkmale, nicht auf marktfähige Varianten. Obwohl die industrielle Relevanz lange diskutiert wurde, gab es kein Produkt. Unser Ziel war, dieses Potenzial in eine konkrete Lösung zu überführen. Die Gründung war der logische Schritt.

Welche Rolle spielte das Umfeld in der Aufbauphase?

Die technischen Anforderungen sind hoch, die Technologie komplex. Ebenso anspruchsvoll ist es, daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Entscheidend war für uns, dass wir früh Zugang zu Austauschformaten, Programmen und Kontakten im Kanton hatten. Initiativen wie der START Summit, das Startfeld, der Switzerland Innovation Park Ost oder der HSG Start Accelerator haben uns Struktur, Sichtbarkeit und direkte Kontakte verschafft. Das hat die unternehmerische Entwicklung beschleunigt.

Wie hat sich euer Unternehmen durch die 1,7 Mio. Franken Pre-Seed-Finanzierung verändert?

Neben Kapital brachte die Runde Expertise und Netzwerke. Der Due-Diligence-Prozess war intensiv und hat uns professionalisiert. Wir konnten Annahmen zum Product-Market-Fit validieren. Dass wir diese Finanzierung mit Büros in St.Gallen realisieren konnten, zeigt, dass Kapitalzugang nicht an einzelne Zentren gebunden ist. Heute konzentrieren wir uns auf die Markteinführung.

1.7

Mio. Franken Pre-Seed-Finanzierung im Gründungsjahr

Wie erleben Sie St.Gallen als Standort im internationalen Umfeld?

Regionale Wurzeln erzeugen keine Spannungen. Internationale Kommunikation ist digital problemlos möglich. St.Gallen behindert unsere Ambitionen nicht. Eine kleinere Stadt bietet Fokus und Konzentration, was in einem Start-up mit schnellen Entscheidungen wertvoll ist.

Was bedeutet der Standort heute für Ionic Wind?

St.Gallen ist unser operativer Mittelpunkt. Der Zugang zu Fachkräften ist aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte anspruchsvoller, gleichzeitig entstehen neue Initiativen zur Stärkung des Ökosystems. Für Meetings sind wir oft in Zürich, Bern oder Lausanne unterwegs, steigen am Ende des Tages aber immer wieder gerne in den Zug nach St.Gallen.

Quelle: Leader / Kanton St.Gallen

«Entscheidend war für uns, dass wir früh Zugang zu Austauschformaten, Programmen und Kontakten im Kanton hatten. Initiativen wie der START Summit, das Startfeld, der Switzerland Innovation Park Ost oder der HSG Start Accelerator haben uns Struktur, Sichtbarkeit und direkte Kontakte verschafft. »

Liubov Shishaeva, Co-Founder von Ionic Wind

Lerne im Video Donato Rubinetti, Co-Founder von Ionic Wind, kennen und erfahre mehr über den Startup-Kanton St.Gallen.

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